Wie's geht

Der Beginn eines Bildes ist geprägt von Leere, die eigentlich keine ist. Eher ist es ein Nicht wissen. Was kommt? Wohin leitet mich Intuition über Inspiration?

 

Wenn der erste Pinselstrich erste Farbe zeigt, ein Spachtelauftrag seine zauberhaften Spuren hervorbringt, eine Zeichnung wie zufällig über das Blatt fließt, dann beginnt mein Bild. Ein Bild, das ich mir im Traume nicht hätte ausdenken können. So neu. So aufregend und so inspirierend. Meist.

 

Reines Spiel mit Material und Farbe ist der Anfang, begleitet von Lust und Freude am unabsichtlichen und spontanen Tun; vom fast buchstäblichen „Eintauchen“ in herrliche Farbtöpfe gefüllt mit Pigmenten; vom Mischen der Emulsion aus Ei und Öl. Jetzt bekommt das Bild seine Zeit und darf sich entwickeln. Zunächst der Untergrund. Immer wieder Teile übermalend, wenn sie mir nicht gefallen, gebe ich Neuem und Zufälligem Raum. „Fehler“ kann ich kaum machen. Was mir nicht gefällt, verändere ich. Immer. Das gibt Sicherheit. Und fordert heraus. So entstehen langsam Schichten, die alle Teil meines Bildes sein und es prägen werden. 

 

Fast unauffällig geht diese Phase über in einen Zustand des Ahnens. Ah, in diese Richtung könnte es weiter gehen. Da ist schon etwas entstanden, das mich reizt, das weiter will. So also möchte sich mir langsam das Bild zeigen, Stück für Stück. Diese Definition des Sich Zeigens kommt meiner Intention beim Malen sehr entgegen, es befreit mich vom Druck, selbst immer wissen zu müssen, was ich male. Da erlebe ich große Überraschungen. Manchmal Begeisterung. Manchmal Frust. Ich bin neugierig.

 

Und endlich, nach Spiel und Arbeit und vielem Suchen ist es da. So wie es sein wollte. Und natürlich wie es auch mir gefällt. Ein Bild hat seinen Weg gefunden. Oft sind es neue Landschaften, abstrakt und wirklich neu geschaffen, nie vorher habe ich diese gesehen. Überrascht bin ich und glücklich!